„Jedem neuen Anfang wohnt ein Zauber inne.“
Das ist eine sehr optimistische Aussage zu meinem Start in Bolivien.
Es fiel mir nämlich ganz schön schwer den Zauber zu sehen. Ich weiß jetzt, dass er die ganze Zeit da war, ich war nur noch nicht bereit ihn zu sehen.
Vor zwei Wochen saß ich auf die Minute genau im Flieger nach Madrid. Ich kann tatsächlich von „damals“ und „heute“ sprechen. In diesen vierzehn Tagen habe ich auch nur jede erdenkliche Emotion durchlebt.

Auf die erste Woche trifft viel passender: „Aller Anfang ist schwer“.
Ich will mich jetzt nicht an allzu vielen Binsenweisheiten aufhalten- aber es war tatsächlich schwer.
Ständig habe ich mich gefragt, was ich hier eigentlich mache, ob das wirklich eine so gute Idee war. Und dann auch noch für ein Jahr. Clarie hat es die Sinuskurve der Stimmung genannt. Sehr passend. Zwanzig Minuten lang habe ich mich über all das Neue, all die Möglichkeiten, all die Schönheit und Freundlichkeit auf dieser Welt gefreut, zwanzig Minuten darauf war mir ganz schwer ums Herz und Tränen sind in Strömen geflossen.
Notiz für mich und an mich:
Sei liebevoll zu Dir selbst. Es ist okay, so wie es ist. Alles kommt, wenn es kommen soll. Und vor allem ist es eine Emotion- sie wird vorüberziehen wie eine Wolke am Himmel.
Man kann es selbsterfüllende Prophezeiung nennen, denn es kam.


Sucre ist wunderbar. Weiße Häuser voller Ornamente, orangefarbene Dächer, saftig grüne Parks im Kolonialstil, Museen, Geschichte und Kultur. Eine Universität, junge Menschen, Nachtleben, Märkte voller gutem und skurrilem Essen. Aber auch Armut, bettelnde Menschen, von Abgasen verpestete Luft.
In meinem Zimmer, das ich direkt im Zentrum der Stadt zur Untermiete bewohne, fühle ich mich pudelwohl. Genug Platz für meine Yogamatte hat es auch. Was will man mehr. Home is where my mat is (ergo ich :p).
Mit meinen Mitbewohnerinnen Carla und Anna verstehe ich mich auch super. Anna steht mir ständig mit Rat und Tat zur Seite, hat mich in all meinen Tiefen hinaus in die Welt geschleppt und etwas sozialisiert. Und eine tolle Mitagessensgesellschaft in den coolen veganen und vegetarischen Restaurants der Stadt ist sie auch noch. Was will man mehr.
Die Frage, was ich hier eigentlich mache, will ich natürlich nicht unbeantwortet im Raum stehen lassen.
Was mache ich hier eigentlich?
Ich mache meinen Freiwilligendienst an einer der deutschen Schulen hier. Projektarbeit. Deutschunterricht als Fremdsprache.
Ich lerne Spanisch. Weg mit dem „No hablo español.“
Ich möchte tanzen. Salsa. Tango. Bolivianische Volkstänze.
Ich möchte Land und Leute kennenlernen. Und reisen. Allein. Mein Rucksack und ich.
Und vor allem möchte ich mich auf diese neue Art und Weise kennenlernen.
Es bleibt spannend.
Bienvenidos a Sucre!

Und es wird immer so sein und so bleiben. Schon mit 14 haben wir in Poesiealben „happiness comes in waves“ geschrieben. Egal ob in Wellen, Kurven, Phasen oder in sonst welchen Abständen 🙂
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😘😘😘
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