La Paz, du hast mir schon wieder eine so wundervolle Zeit beschert.
Wenn du dich jetzt wie Clarie fragst:
„Wann genau arbeitest du eigentlich?“
,dann sei gesagt:
In Sucre haben wir gerade Winterferien, weil es zu kalt ist in den Klassenräumen zu unterrichten. Kein Witz. Die selbstverständlichsten Dinge wie eine Heizung im Winter, werden hier auf einmal zu großen Schätzen.

Warum habe ich mich dann aber am Samstag in den Nachtbus nach La Paz gesetzt, wo es doch generell mit wunderbaren 3600 Metern in den Anden noch kälter ist?
Endlich endlich endlich konnte ich nämlich meine Kreditkarte dort abholen, jetzt fehlt nur noch der Pass in ein paar Wochen (wo sonst, wenn nicht in La Paz) und dann habe ich wieder meine ganzen gestohlenen Habseligkeiten!
Nach der Uyuni Tour über die Feiertage Fronleichnam und Aymara Neujahr lag ich erstmal eine Woche krank im Bett. Umso mehr habe ich mich gefreut ins Warme zu fliehen, wusste nicht so ganz genau wie und wohin und was genau, aber wie immer wenn ich auf kleine Wunder hoffe, finde sie mich auch.
So grinst mich freundlich ein Engländer am Terminal in Sucre an, wie sollte er auch anders heißen, wenn nicht James, wir werden Sitznachbarn im Bus, später auch im Hostel und dann auch noch Freunde.
Ein paar Tage lang sich wie ein Tourist zu fühlen war einfach unglaublich entspannt. Weil mein Rucksack voll von Bikini, Kleidern und Tops für den Amazonas ist, hab ich im absoluten Sportoutfit mit Outdoorjacke ganz fantastisch die deutsche Touristin repräsentiert. Hat Spaß gemacht.



Wir sind mit dem Teleférico quer durch Stadt gefahren (ich habe jetzt einen Mitstreiter im sich-wie-ein- kleines- Kind- über- die- Stadt-Seilbahn- freuen gefunden), waren in El Alto und haben die Aussicht über La Paz und auf den Ilimani genossen, wir sind die Todesstraße mit Mountainbikes in die Yungas runter gebrettert, ich saß mit Caro nochmal in unserem Lieblingscafé in Sopucachi in der Sonne im Garten, bin mit James in das Valle de la luna gefahren…
…und zum Schluss haben wir alle ein bisschen geweint, weil Caro nächste Woche schon wieder zurück nach Deutschland fliegt und weil irgendwie dann doch alles so schön war.
Obwohl die Blume so gar nichts mit dem Mond zu tun hat, mich aber das Laufen über den bolivianischen Mond aus irgendeinem Grund an den kleinen Prinzen erinnert, beschreibt folgendes auf eine gute Art meine letzte Zeit:
„Ich muss wohl zwei oder drei Raupen aushalten, wenn ich die Schmetterlinge kennenlernen will. Auch das scheint sehr schön zu sein.“ – der kleine Prinz


