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Rückblick

Eine lange Reise

Nach ganzen zwölf Stunden im Bus von Sucre nach La Paz husche ich in das Busterminal und sehe die voll bepackte Martha (eine ganz liebe Freiwillige aus La Paz) mich angrinsen.

Zackig suchen wir uns einen Bus in das Städtchen Puno auf der peruanischen Seite des Titicacasees. Zehn Minuten später sitzen wir dann nach kurzem Hin- und Her im Bus über Copacabana zu unserem eigentlichen Ziel. Der ganze Spaß soll nochmal sieben Stunden dauern. Tapfer versuche ich nicht daran zu denken wie lange ich schon unterwegs bin. Nachdem wir nach einer Stunde Fahrt aber immer noch in den Dörfern vor El Alto rumtuckern, glaube ich nicht so ganz an die optimistische Zeitangabe. Nachdem wir dann den bekannten Weg mit Fähre nach Copacabana hinter uns haben, gibt es erstmal frischen Orangensaft und Coca Tee. Und dann geht es auch schon weiter in den nächsten Bus. Kurz vorher habe ich noch einen kleinen Panikanfall, weil ich das Gefühl habe Thrombose zu haben. Der Netdoktor macht die Situation auch nicht gerade besser, Bewegung schon.

An der Grenze zu Perú werden wir freundlich wie eh und je von meiner Lieblingsbehörde: der Migración empfangen. Meine Herzensmenschen erklären uns dann mit finsterer Miene, dass wir jetzt erstmal zahlen müssen, wenn wir Bolivien verlassen wollen (ich meine Hallo, wir haben ja schließlich das große Privileg ein Visum zu haben). Munter frage ich nach einer Rechnung für das, was wir diesen lieblichen Herren hier zahlen sollen, was die Stimmung auf dem Barometer dann in den Minusbereich bringt.

Währenddessen sehe ich im Augenwinkel unseren Bus wegfahren. Ich lege einen Sprint ein. Das wäre ja jetzt noch schöner. Teilnahmslos erklärt mir der Grenzbeamte, dass die schon auf uns warten. Kommunikation scheint hier eine große Kunst zu sein. Wütend stapfe ich in die peruanische Oficina. Hier empfängt mich ein freundlicher Peruaner, stempelt mir (ganz kostenlos!) ein 60 Tage Visa in den Pass und wünscht mir einen schönen Aufenthalt in Peru. Das Ganze in nahezu perfektem Englisch.

In Puno angekommen werden wir herzlich im Hostel begrüßt. Am Abend schlendern wir durch das Städtchen am See, wechseln unser Geld von Bolivianos in Soles, lassen es uns einfach gut gehen (für mich nach ca. 22 Stunden Busfahrt) und essen zur Feier des Tages Kaktusfeigen- und Maracujaeis.

Ich bin ganz gerührt von der Freundlichkeit der Menschen hier.

Und obwohl uns wegen der Zeitverschiebung nach Perú eine Stunde geschenkt wurde, fallen wir sehr früh sehr müde in unsere Bettchen.

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