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Rückblick

Auf dem Weg nach Copacabana war ich mir nicht mehr ganz so sicher wie gut die Idee war über Ostern dorthin zu fahren.

Über das Osterwochenende ist Copacabana nämlich ein beliebter Pilgerort unter den Gläubigen. Um in das kleine einladende Städtchen auf der bolivianischen Seite des Titicacasees (die brasilianische Version bekam erst später den selben Namen!) zu kommen, mussten wir mit einem Bötchen über den See tuckern- der Bus wurde auf einer Art Holzfloß übersetzt. Unmengen an Menschen schienen am Karfreitag diesen Weg beschreiten zu wollen und so wurde es eine etwas längere Reise bis wir endlich in Copacabana ankamen.

Am Karfreitag wird in Bolivien zwar offiziell auch kein Fleisch gegessen, dafür werden aber zwölf Gerichte symbolisch für die zwölf Jünger serviert.

Zu hunderten standen Zelte am Strand des Titicacasees. Immer mehr verstand ich warum Menschen ihn das Meer Boliviens nennen. Oder die bolivianische Marine dort stationiert ist (Ja, die gibt es tatsächlich!).

Eine richtig ausgelassene Feiertagsstimmung lag in der Luft, der Sonnenuntergang war atemberaubend.

Meine Reisebegleitung: Henrik, Anna und Caro

Warum pilgern aber die Menschen nun nach Copacabana?

Dafür muss ich etwas ausholen.

Heilig, mystisch und geschichtsträchtig war und ist der Titicacasee. Macht auch ziemlich viel Sinn. Zwischen den rauhen hohen majestätischen Anden und dem trockenen Altiplano liegt dieser riesige klare blaue lebensspendende Gebirgssee auf rund 3800 Metern.

Eine Statue der Inka in Copacabana symbolisierte einst die heilige Weiblichkeit des Sees bis sie von den Spaniern in der Kolonialzeit zerstört wurde. Der Enkel des letzten gestürzten Inka Königs ging daraufhin nach Potosí und fertigte die Virgen de Copacabana an, die heute in der mauretanischen Kathedrale verehrt wird.

Da es Unglück und Überschwemmungen geben soll, wenn man die Virgen aus der Kathedrale entfernt, wird jedes Jahr an Ostern ein Duplikat in einer Prozession auf den Berg bei Copacabana getragen.

Außerdem soll der erste Inka vom Sonnengott Inti auf die Isla del Sol geschickt worden sein. Die war dann auch nach der Isla de la Luna unser nächster Stopp.

Fröhlich schipperten wir mit einem Boot zu den beiden Inseln, die bis heute besonders heilig gelten.

Auf der Mondinsel lebten Jungfrauen in den Tempeln, die später auf der Sonneninsel geopfert wurden. Richtig übel, dachte ich. Dann habe ich kurz darüber nachgedacht, dass in Europa früher rothaarige Frauen verbrannt wurden. Das hat Einiges in Relation gesetzt.

Die Zeit auf der Isla del Sol war wunderschön.

Den ganzen Tag sind wir bei großartigem Wetter über die Insel gewandert, haben abends bei einem Gläschen Weißwein den Sonnenuntergang genossen und am nächsten Morgen konnte ich beim Yoga mit Blick auf diese unwirkliche Bläue mein Glück kaum fassen.

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