Es ist warm. Die Sonne scheint. Ein Sonntag aus dem Bilderbuch.
Am frühen Morgen beglückt mich erst strahlend blauer Himmel, dann die liebe Hannah noch mit einem wundervollen Sonntagsanruf. Dann gibt es das sonntägliche bolivianische Mittagesssen mit Martha, der Hausherrin meiner Unterkunft, und ihrer Familie.
Am Nachmittag liegt Gelassenheit in der trockenen Hitze.
Anna und ich überlegen, ob wir uns nicht einfach in ein Micro (hiesige Minibusse- das öffentliche Verkehrsmittel hier) setzen und bis zur Endstation fahren. Wir landen in einem Bus Richtung Yotala. Laufen ein wenig weiter. Steigen in einen Trufi Richtung Potosí. Wir halten bestimmt fünf mal an, bis der Trufi so voll ist, dass die Leute einander auf dem Schoß sitzen und ein Mann etwas verkrampft im Eingang steht. Dann kracht es. Irgendwas ist wohl kaputt gegangen. „Hach, ist nur ein bisschen zu voll ihr.“, sagt die Frau des Fahrers lachend zu uns, die wir ganz hinten sitzen. Ein Reifen wird gewechselt. Anna und ich hüpfen an der Außengrenze von Sucre heraus. Bis hierherfährt Anna gewöhnlich mit ihrem Fahrerlehrer. Dann drehen sie und fahren zurück, weil hier Führerscheine kontrolliert werden und er keinen besitzt. Eine meiner Lieblingsgeschichten.



Wir laufen durch das Unterholz Richtung Yotala, überqueren einen Fluss. Ich springe über Steine, Anna watet durch das kalte Wasser.
In diesem kleinen Dörfchen ticken die Uhren etwas anders. Langsamkeit und Ruhe kehrt ein. 



Wir sitzen bis Abends im Garten „Terracotta“, trinken frische Zitronenlimonade, essen Pizza aus dem Steinofen und spielen Karten. Hunde tollen herum, eine Ziege leistet uns Gesellschaft. Es dämmert und wird kalt.
Den letzten Bus haben wir verpasst.
Alles kein Problem, so sind wir dann nach Hause gefahren:


„Manchem glückt es, überall ein Idyll zu finden. Und wenn er’s nicht findet, so schafft er sich’s.“ -Theodor Fontane