Kurz bevor ich aus Deutschland hierher geflogen bin, dachte ich mir ‚Schaue doch mal nach, was die Blogger Welt über Bali zu berichten hat“. Ich habe Bilder und Erzählungen aus dem Paradies erwartet, und der erste Artikel auf den ich gestoßen bin, hatte den Titel „Sieben Gründe nicht nach Bali zu reisen“
https://www.bravebird.de/blog/7-gute-gruende-nicht-nach-bali-zu-reisen/
Das hat auf jeden Fall die rosarote Brille getrübt. So richtig glauben konnte ich aber nicht, dass es im Bali meiner Träume so zugeht. Wer nicht hören will, muss fühlen.

Umweltschutz ist auf Bali ein wirklich heikles Thema…
Diesbezüglich stößt man auf so viel Widersprüchliches. Auf der einen Seite ist hier alles Mögliche- vor allem in Ubud und Canggu- „organic“ und „vegan“ (selbstverständlich ohne Prüfsiegel oder ähnliches). Der Müll wird nicht wirklich getrennt. Die meisten Balinesen werfen den Abfall auf das leere Nachbargrundstück oder verbrennen ihn auf der Straße.

Kleines Müll-Feuerchen neben dem Tempel Goa Gajah
Recycling ist natürlich auch eine absolute Fehlanzeige. Am Straßenrand liegt Plastikmüll, der vor allem in der Regenzeit schön aus dem Hinterland ins Meer gespült wird. Außerdem haben sich die Gewohnheiten geändert.
Trank man früher frisches Quellwasser und packte sein Essen in Bananenblätter ein, liefern heute multinationale Lebensmittelkonzerne Übermengen von Plastikverpackungen und PET-Flaschen nach Bali.

Die berühmten Tegallalang Reisterrassen und das gleiche Bild aus andererPerspektive
Der unfassbar schnell wachsende Tourismus lässt Müllmengen anfallen, die die Entsorgungsinfrastruktur überfordern. Die Wasserversorgung ist inzwischen an einigen Orten kritisch. Wasser wird von der Landwirtschaft zugunsten des Tourismus abgezweigt, der 65 Prozent davon verbraucht. Durch die Übernutzung fällt der Grundwasserspiegel, dadurch sinkt der Boden Abend Salzwasser dringt in das Grundwasser ein, dessen Qualität schlechter wird.
Immer mehr Menschen organisieren Müllsammelaktionen und Organisationen setzen sich dafür ein eine Bewusstseinsänderung voranzutreiben.
Besonders inspirierend finde ich auch diese beiden Mädchen, die sich als balinesische Jugend mit ihrer NGO „Bye bye plastic bags“ für die Umwelt ihrer Insel einsetzen.
Mehr hier: https://youtu.be/P8GCjrDWWUM

Tierschutz ist auf Bali auch ein wirklich heikles Thema…
Da im balinesischen Hinduismus „Agama Hindu Dharma“ anders als in Indien Menschen in ihrer Reinkarnation keine Tiere sein können, sind sie nicht besonders viel wert. Übrigens wird hier auch Rindfleisch gegessen!
Im Bali Zoo gibt es Elefanten, Flusspferde, Orang-Utans, Kommodowarane und andere Tiere zu sehen, die ihre Heimat definitv nicht auf dieser Insel haben und als reine tierquälerische Touristenattraktion dienen.
Auf den Tee- und Kaffeeplantagen werden die Luwaks nur mit Kaffebohnen gefüttert, damit sie diese verdauen und daraus der scheinbar grandiose Luwak Kaffee gebraut werden kann. Sehr unwahrscheinlich finden diese schönen Tiere es genauso toll im engen Käfig nur mit Kaffee gefüttert zu werden wie die schaulustigen Touristen.
Hunde wie Katzen lungern verwahrlost auf der Straße oder am Strand herum und suchen nach Futter. Hunde ohne Halsband sind quasi vogelfrei, werden getreten und geschlagen und zu „Hünchen Satay-Spießchen“ verarbeitet.

Wenn es um den Umgang mit Tieren geht, scheint jegliches Karma keine Rolle mehr zu spielen.
Aufopfernd helfen selbstlose Engel mit großem Herz und Tierschutzorganisationen wie die „Bali Animal Welfare Association“ den ausgemergelten Vierbeinern. Sie werden behandelt, sterilisiert, aufgepäppelt und erfahren Liebe.
Mit einer kleinen Spende kannst du diese großartige und so wichtige Arbeit unterstützen. Die Vierbeiner sind dir dankbar!
http://bawabali.com/donate-to-bawa/

Willi und Schröder- zwei balinesische Katzen, die bei Claudia ein zu Hause bekommen haben

Ich schneide hier nur zwei Themen an, die ich in den letzten beiden Monaten intensiv beobachten konnte und bei denen mir jedes Mal aufs Neue ganz schwer ums Herz wurde.