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Rückblick

Am Sonntag endete für mich einer der wohl intensivsten und erkenntnisreichsten Monate, den ich bisher hatte. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Darum beginne ich mit dem Ende.

Als in der Nacht der Mond am Himmel und die tiefste Nacht in ihrer Blüte stand, warteten drei frisch gebackene Yogalehrerinnen um zwei Uhr morgens auf ihren Fahrer, der sie zum dramatisch genannten „Basecamp“ des Mount Batur bringen sollte.

Dort wurden wir mit Bananenpancakes und Kaffee gestärkt und trafen Wayan, mit dem wir gemeinsam zum Sonnenaufgang auf den Vulkan Gunung Batur (mit süßen 1717 Metern Höhe) stiegen.

Was spektakulär als „Sunrise Trekking“ angepriesen wird, ist etwas kontrastreicher als der Titel es erwarten lässt.

Michaela, die sonst wie eine Berggemse durch ihre Schweizer Heimat springt, Nikki, die vor Bali in Vancouver noch ihren jährlichen Halbmarathon gelaufen ist, und ich, die sofort „hier“ gerufen hat als sie Natur und einen Berg gesehen hat, haben unseren kleinen Ausflug mehr als genossen.

Links Nikki, rechts Michaela, ich in der Mitte

Es scheint als ob mehr Besucher als uns drei die tägliche Fortbewegung zu Fuß fehle. Jeden Morgen treibt es rund 400 Touristen für den Sonnenaufgang auf den Batur- in der Hochsaison im Juli und August sind es sogar 800. Am Wegrand werden Snacks und Getränke verkauft, oben angekommen bereiten die Guides ein kleines Frühstück zu. Unterwegs müssen wir immer mal wieder warten bis sich der Stau der Ameisenschlange- bewaffnet mit Selfiesticks und Kameras- wieder auflöst.

Wir haben all das gerne in Kauf genommen.

Nichts kann nämlich die unbeschreiblich mystische und kraftvolle Atmosphäre dieses Morgengrauens und Sonnenaufgangs über dem Batur See und Vulkan beschreiben.

Kalt war es, windig und merkwürdig still bis die ersten Sonnenstrahlen unsere zufriedenen Gesichter gewärmt haben. Wayan hat uns eine heiße Schokolade gebracht. Bestimmt wäre das ganze Spektakel nicht so besonders ohne diese beiden wundervollen Seelen gewesen, die ich im letzten Monat so gut kennenlernen durfte.

Roommate and partner in crime

Und wie die Sonne im Zenit stand sind wir todmüde in unsere Bettchen gefallen und haben eben das ein oder andere Chataranga in der Yogaklasse am Abend wegfallen lassen.

Die Inspiration für diese kleine Erzählung fand ich heute morgen, als ich von Claudias wunderschöner Terrasse auf dem Berg im kleinen Dörfchen Padangbai den Sonnenaufgang angeschaut habe und in Khalil Gibrans „Der Prophet“ folgendes las, was nicht treffender den letzten Monat beschreiben könnte:

„Wenn ihr den Gipfel des Berges erreicht habt, dann wird euer Aufstieg beginnen.“

One comment on “Mount Batur

  1. Avatar von clarielie clarielie sagt:

    WOW!! Da können Franzi und ich mit unserem Odenwald-Wandertag wohl kaum mithalten … aber wirkschicken dir trotzdem ganz viel liebe aus dem herbstlichen Blätterwald! ❤

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