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Rückblick

Seit zwei Wochen bin ich unterwegs. Ehrlich gesagt fühlt es sich viel mehr so an als wäre eine halbe Ewigkeit vergangen- im positiven Sinne.

Immer wieder habe ich mich dabei ertappt wie ich romantisiert an den beginnenden Herbst in Deutschland gedacht habe: kühler Wind, fallende Blätter, müde Sonne, kuschelige Pullover und ganz viel Tee.

Im gleichen Atemzug ist mir mit ganzem Herzen bewusst, dass ich gerade genau dort bin, wo ich sein soll- weil ich genau hier die Erfahrungen machen kann, die ich brauche.

Heimweh? Nein, ganz und gar nicht.

Was ist es also, was mich so viel über „zu Hause sein“ nachdenken lässt? Und es ist bestimmt kein Zufall, dass ich auf meiner Reise bisher mit so vielen verschiedenen Menschen auf dieses Thema zu sprechen kam.

Was ist Heimat?

Immer wieder bekomme ich die Antwort, dass „zu Hause“ dort ist, wo du aufgewachsen bist, wo deine Familie lebt, wo deine Freunde sind und die Menschen, die du liebst.

Klar, spüre ich eine tiefe Verbundenheit zu Mannheim, den Plätzen, Straßen, Cafés und der Atmosphäre. Diese Verbundenheit basiert allerdings auf Erinnerungen und Vorstellungen, die ich mir selbst darum bastele.

Natürlich fühlt sich der Gedanke zurück zu meiner Familie und meinen Freunden zu kommen vertraut an. Trotzdem weiß ich, dass diese Vertrautheit komplett unabhängig ist.

Ich beginne Heimat in mir selbst zu finden. Dann gibt es kein nach Hause kommen, sondern ein Zurückkommen dorthin, wo meine Wurzeln liegen, dorthin, wo die Samen für das gepflanzt wurde, was ich jetzt ernte, wo die Menschen leben, die ich von ganzem Herzen liebe.

Dieses Wissen gibt mir genug Sicherheit, um mich auf den Weg zu machen.

Erst wenn die Heimat in mir gefunden ist, bin ich frei.

Frei, um das Zurückkommen eine bewusste und aktive Entscheidung sein zu lassen.

Ich weiß, wo ich in einigen Monaten mental sein möchte und gehe jetzt den Weg dorthin. Ich kenne jemanden, der würde jetzt sagen „Pah, das ist ein bekanntes betriebswirtschaftliches Tool, diese reverese Engineering“.

Ich glaube es ist viel mehr, dass wir ganz genau wissen, was uns glücklich macht. Wir müssen es nur selbst in die Hand nehmen.

Das Alleinreisen gibt mir schon die Freiheit der bewussten Entscheidung. Ob ich allein oder in Gesellschaft sein will, wo es als nächstes hingeht und was ich erleben möchte.

Das Leben passiert mir hier nicht. Es bietet mir Möglichkeiten. Und ich habe die Freiheit zu wählen.

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