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Rückblick

Und wie ich die Tür zu meinem Hosteldorm öffne, strahlt mich eine kleine junge Chinesin an und stellt sich mir ganz aufgeregt als Ivy vor. Sie stellt mir in jeder freien Minute interessiert Fragen zu Deutschland und fragt mich nach meiner Meinung zur Bildungsgleichheit an Universitäten. Sie ist sehr beeindruckt davon, dass ich es schaffe ohne Smartphone und Google wieder zurück zum Hostel zu finden und ist total begeistert als ich ihr zeige wie man anhand der Sonne Himmelsrichtungen lesen kann und so Orientierung findet (an dieser Stelle eine ganz große Umarmung in die Schweiz, ohne Euch wäre ich bestimmt nicht so fit darin). Leider spricht Ivy absolut unverständlich und nur sehr gebrochen Englisch. Dieses Problem kann noch nicht einmal ihre brandneue chinesische Übersetzungssoftware lösen.

Wer braucht aber schon Worte, wenn ein Lächeln so viel mehr sagt?

Und wie ich ewig die vielen Öle und Pflanzen im Laden für Traditionelle chinesische Medizin erkunde und in den Gassen von China Town vor dem Mooncake Shop Halt mache, lerne ich Tony kennen. Tony lebt in Singapur, ist Buddhist und erklärt mir die Sache mit dem chinesischen Mid-Autumn Festival, das Fest, das nach dem chinesischen Kalender das Ende der Ernte markiert. Es werden Mooncakes gegessen und viele chinesische Himmelslaternen leuchten gelassen. Im buddhistischen Tempel erklärt er mir die verschiedenen Abläufe bei einer Zeremonie, dass mein chinesisches Sternzeichen der Hase ist und wie man Respekt und Dankbarkeit dort ausdrückt. Wir zünden Räucherstäbchen an.

Und wie ich durch den unfassbar grünen, riesigen botanischen Garten mitten in der Stadt schlendere, fallen die ersten Regentropfen. Obwohl ich glaubte die Einzige zu sein, die die Heilpflanzen im Healing Garden erkundet und nun platschnass wird, spricht mich Nandi Nastasja Naomi, die Alliterationen genauso so sehr wie ihre Namensgeber liebt, an. Auf ihre ganz eigene Art erinnert sie mich daran wie sehr man sich erlauben sollte seine Einzigartigkeit zu lieben.

Gleichzeitig muss ich daran denken wie wichtig es doch ist bei aller Liebe zu den Flügeln niemals seine Wurzeln zu vergessen.

Und wie ich am letzten Abend müde von einem schönen Tag in mein Hostel laufe, sitzt auf der Terrasse Christian von den Philippinen. Wir kommen ins Gespräch, genießen die kühle Abendluft, sprechen über Heimat und Krieg und über die mir komplett unbekannte Kultur auf den Philippinen. Die Familie steht dort an oberster Stelle. Er würde sie nie auch nur für längere Zeit als einen Urlaub so verlassen. Für ihn bin ich mutig. Zum Abschied schenkt man sich dort ein Lächeln. Oder man senkt den Blick und führt die Hände des Anderen an die Stirn, um ihm Respekt zu erweisen.

Ich schenke Dir mein Lächeln. Und wünsche Dir, dass du die Magie von Begegnungen wieder entdeckst.

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